Dass ein Großteil der täglich verzehrten Kalorien aus Kohlenhydraten stammen sollte, schmälert natürlich nicht die Bedeutung der Proteine fürs Muskelwachstum. Kein anderer Nährstoff kann da einspringen, die Proteine des Körpers können nur aus Proteinen aufgebaut werden. Ihre Bausteine, Aminosäuren, bilden außer den Muskeln unzählige weitere Strukturen: Bänder, Bindegewebe, Botenstoffe, Verdauungsenzyme, Antikörper und vieles mehr. Trotz der Aufgabenvielfalt entstehen alle Proteine des Körpers aus einem Satz von nur 20 Aminosäuren, die in verschiedensten Kombinationen hintereinandergekettet werden. Durch die Struktur der einzelnen Aminosäuren und ihre Anordnung falten und knäulen sich die verschiedenen Ketten auf charakteristische Weise und erhalten so die für ihre Aufgabe nötige Form. Von den 20 Aminosäuren sind neun essenziell, müssen also unbedingt mit der Nahrung aufgenommen werden. Das sind Methionin, Lysin, Valin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Tryptophan, Threonin und neuen Erkenntnissen zufolge auch Histidin. Die übrigen elf Aminosäuren kann der Körper aus irgendeiner anderen, gerade reichlich vorhandenen Aminosäure selbst herstellen, was aber voraussetzt, dass insgesamt genug Rohmaterial da ist.